Die Budo-Stiftung Anita Köhler wurde 2018 im Gedenken an Frau Anita Köhler aus Darmstadt gegründet. Ihr gesamtes Lebenswerk hat sie den Kampfkünsten insbesondere Aikido und Kashima no Tachi gewidmet. Die Stiftung möchte dieses Lebenswerk erhalten und fortführen. Anita Köhler hat sich intensiv mit der Lebenshaltung und Philosophie des Budo und speziell des Aikido als Kampfkunst beschäftigt. Ihr Verständnis war es, Budo nicht nur als eine auf Tradition beruhende, sondern als lebendig wachsende Lehre zu betrachten, die durchaus durch andere, nicht japanische Kampfkünste unterstützt und beeinflusst werden kann. Die Budo Stiftung Anita Köhler möchte die Lehrer, die Schüler, die Aikido-Schulen (Dojo) und die Kampfkunst Aikido allgemein darin unterstützen, die wertvollen Inhalte des Aiki- und Budo-Weges zu erforschen, zu bewahren, weiter zu entwickeln und weiter zu geben.
Was ist Budo?
Budo ist eine Sammelbezeichnung für japanische Kampfsportarten, die neben den Kampftechniken auch die innere Lehre und Philosophie beinhalten. Dazu zählen: Jiu Jitsu, Karate, Suijutsu, Shorinji Kempo, Sumo, Kendo, Bujinkan, Iaido, Kyudo und natürlich Aikido.
Was sind “innere Kampfkünste”?
„Internal Power“ und „Aiki“ steht für die Methoden der „Inneren Kampfkünste“.
Das ist das was Morihey Ueshiba angewendet hat und was ihn so stark gemacht hat, dass er als unbesiegbar galt. Es handelt sich dabei um die Arbeit mit den sogenannten Faszienmeridianen innerhalb des eigenen Körpers und um die veränderte innere Koordination der eigenen Bewegungen, die die „äußeren“ Formen die wir im normalen Training erlernen erst wirksam und effektiv machen.
Wir erlernen in den ersten Jahren Soloübungen die den Körper formatieren und die die Anwendung der Aiki-Methoden vorbereiten.
Die Nutzung und das Training der Methoden im Aikido oder anderen Kampfkünsten kann erst geübt werden wenn eine gute und sichere Basis der Aikidotechniken beherrscht wird.
Was ist Aikido?
Aikido ist eine japanische Kampfkunst, eine Art, auf körperliche Angriffe effizient zu reagieren. Aber es geht um mehr, denn Aikido schult neben dem Körper vor allem den Geist. Es vermittelt eine Einstellung, einen körperlichen, geistigen und emotionalen Stand, der bei Konflikten jeglicher Art hilft: Jederzeitige Haltung und Balance, Selbstbewusstsein, Harmonie, Gelassenheit selbst im Angesicht von Aggression und Stress.
Aikido ist eine sehr ästhetische Kunst. Betrachtet man die Übungen von außen, so sieht man spiralförmige Bewegungen, die in sanftem Abrollen oder elegantem zu Boden gleiten eines der beiden Partner enden. Es scheint alles abgesprochen und kaum zu glauben, dass man es mit einer sehr effektiven Kampfkunst zu tun hat.
Aikido macht Spaß. Sicherlich ist Aikido nichts für jeden, aber es kann in der Tat süchtig machen, nach mehr Bewegung und vor allem nach mehr Kontakt. Ein Phänomen, das schwer zu beschreiben ist. Ohne viel zu reden, kommuniziert man mit dem Übungspartner, arbeitet sich aneinander ab, lernt voneinander, tauscht sich aus und ist am Ende des Trainings zwar erschöpft, aber glücklich.
Was ist Kashima no Tachi?
Neben der Arbeit mit der „leeren Hand“, üben wir uns auch im Umgang mit verschiedenen „Waffen“. Diese sind in unserem Training reine Übungsgeräte (aus Holz). Sie dienen dazu den Fokus zu erzeugen und zu schärfen für die möglichen Handlungsstrategien und Bewegungsmuster. Die Arbeit mit den Waffen verdeutlicht einzelne Prinzipien. Wie unter einer Lupe werden sie besser sichtbar und verständlich. Du erlernst einfache Katas (festgelegte Folgen von Bewegungen) mit verschiedenen Waffen. Damit beginnst du deinen Körper zu formatieren und für komplexere Koordinationsmuster vorzubereiten.
Wir machen hier keine Ausbildung im bewaffneten Kampf, es geht in unserem Training nicht darum Kämpfer auszubilden die in aggressiven Auseinandersetzungen siegen sollen. Das Waffentraining hilft die Prinzipien des Budo und des Aikido besser und klarer zu verstehen und den Körper zu entwickeln der dann in der Lage ist „Ki“, die geheimnisvolle unwiderstehliche Kraft zu erzeugen.
Die Budo Stiftung Anita Köhler möchte Anita Köhlers Bestreben weiterführen, indem sie Budo-Schulen bei der Ausstattung und Lehrgängen unterstützt, Talente fördert und Budo-Stipendien vergibt sowie die Bekanntmachung der inneren Kampfkünste in der Öffentlichkeit durch die Bereitstellung von Werbematerialien fördert. Anita Köhler war außerdem die Förderung von Jugendlichen und Frauen in den Kampfkünsten wichtig sowie die Weiterentwicklung und Erforschung der inneren Kampfkünste und Aikido-Philosophie.